Hody72
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15. Juni, 2011

Der Rollo hängt auf Halbmast

Mittwoch Morgen, Freiburg, Hauptbahnhof, Bürogebäude 2 Stock, Fensterfront. Der Rollo hängt auf Halbmast und ich irgendwie auch. Zwar fühle ich mich fit, aber irgendwo steckt mir doch der gestrige Tag in den alten Knochen.

Tagsüber war es o.k. ich war ziemlich produktiv, habe einiges im Job erledigen können. Nach der Mittagspause bin ich dann eher ein bißchen ins Loch gefallen, musste die Lebensgeister mit reichlich Koffein nachjustieren. In der Bahn habe ich dann wieder die Mama vom Schwarm von Frl. Schnecke getroffen, so als quasi Schwiegereltern fahren wir immer zusammen zum Kita und holen die Kinder ab, bevor sich unsere Wege wieder trennen. Ich glaube ich werde die Zugfahrten mit ihr vermissen, wenn wir umgezogen sind. Aber der Kleine wird ohnehin eingeschult – das ist vielleicht besser, den er erwidert das Schmachten der kleinen Prinzessin nicht.
Im Zug wurden wir je aus unserer neu gefundene Harmonie, nachdem ich letzte Woche immer allein nach Hause fahren musste, jäh gestört von außerplanmäßigen Stopps der Breisgau S-Bahn. Die automatischen Weichen hatten beschlossen heute mal nicht automatisch zu sein und der Fahrer musste aussteigen und selbst Hand ans Gerät legen. Selbsterklärend dass sich die S-Bahn dadurch verspätete und auch selbsterklärend dass unser Bus in Breisach dann natürlich schon losgefahren war. Ein kompetentes Zusammenspiel von Breisgau-S-Bahn, Deutsche Bahn und Südbaden Bus habe ich auch nicht erwartet und als der Lokführer auf meine Frage ob er sich darum kümmern könnte das der Bus wartet, sagte dass er nur den Bahnhof anfunken könne, war mir schon klar, das wird nichts werden!

Wurde es dann auch nicht, dafür ein gratis Spaziergang zum Kindergarten. Mit Mitfahrerin und ich machten uns also zu Fuss auf die gut 2km bis zum Kindergarten zurückzulegen. Am Anfang unterhielten wir uns noch, doch proportional zur zurückgelegten Wegstrecke wurde die Konversation spärlicher. Das Gewicht des Rucksacks auf meinem Rücken und das suboptimale Schuhwerk machten sich bemerkbar, immerhin war ich noch im Vorteil den meine Begleiterin lief mittlerweile barfuß weil die Schuhe nach Aussehen statt Passform gekauft waren und hatte kurz vor dem Gang zum Hauptbahnhof in Freiburg nach günstig eine Großpackung Äpfel erstanden – die nun transportiert werden wollten. Ich bot mich zwar an das Frischobst zu tragen, aber sie hat es am Ende doch ganz allein geschafft. Die Wegstrecke schafften wir aber gemeinsam in knapp 15 Minuten. Es kam mir so schnell vor, der ich immer darauf wartete dass ein Streckenposten auftaucht, der mir einen Becher Wasser oder eine Banane reicht.

Für den Heimweg entschied ich mich dann spontan für den Bus, schliesslich war mein imaginäres Bus-Kontingent für heute noch nicht aufgebraucht. Auch hier hatte ich Glück, denn der einzige Busfahrer der uns nicht schon an der Haltestelle “Kindergarten” einsteigen lässt war der Fahrer. Wir warten immer an dieser Seite der Strasse weil dort ein überdachtes Wartehäuschen mit Sitzen ist, während auf der anderen Seite nur ein Schild den Spot markiert. Nach dieser Haltestelle folgt eine Wendeplatte und dann kommt die erste Haltestelle auf dem Rückweg, bevor dann besagter “Kindergarten” wieder angefahren wird. Es ist also im Prinzip egal ob man hier oder da einsteigt, aber dieser Verfechter von Prinzipien hält immer einige Meter vor der Bushaltestelle wenn er uns sieht, damit wir nicht einsteigen und er uns so nötigen kann auf die andere Straßenseite zu wechseln. Mich würde an dieser Stelle natürlich brennend interessieren ob dem prinzipientreuen Kraftfahrer klar ist, dass er wenn er vor der Bushaltestelle hält ein anderes Prinzip verlässt, nämlich das die Leute nur an der eigentlichen Bushaltestelle aussteigen zu lassen?! Ok, ich geb´s ja zu ist gelogen, ist mir eigentlich piep egal, so wie der ganze Typ!
Doch damit nicht genug, ich lies Frl. Schnecke kurz vor unserer “Heimathaltestelle” klingeln damit das “Wagen hält” Signal erleuchtet wird. Unser schnurbärtiger Freund ignorierte das aber und fuhr weiter und besann sich erst 200m später um ans dann – erneut nicht an der eigentlichen Bushaltestelle aussteigen zu lassen. In dem Trubel hat Frl. Schnecke dann ihren Hut im Bus vergessen, so daß wir erneut über die Strasse mussten um in zehn Minuten auf die Rückkehr des Buses zur Wiederbeschaffung des Kopfschmucks zu warten und ein drittes Mal die busfahrende leibhaftige Rechtschaffenheit treffen durften.

Salpicón de Frutas

Salpicón de Frutas

Daheim angekommen, versorgte ich uns mit ausreichend Getränken um den Elektrolyt-Haushalt wieder auszugleichen und verteilte Fish & Chips auf dem Backblech um den Ofen in 20 Minuten anzuschalten, damit alles fertig sein würde wenn die Chefin von ihrem Tagewerk bei den Eidgenossen zurückkommen würde. Als sie ankam bin ich dann auch prompt auf dem Sofa wieder aufgewacht und habe den Ofen final eingeschaltet, es war einfach zu kuschelig neben dem kleinen Fräulein.

 

Nach dem Essen noch eine viertel Stunde Gassi gegangen und als ich zurück kam, war die Königin gerade dabei die Thronfolgerin bettfertig zu machen. Ich habe mich dann einigen Partien Gran Slam Tennis auf der Wii gewidmet und am Ende sogar Rafael Nadal besiegt. Am Wochenende hatte ich auf der Geburtstagsparty eine Dame getroffen, die letztes Jahr 50kg abgenommen hatte und mir von ihren Workouts mit der Wii erzählt hatte und davon dass ihr Mii nie zulange untätig sein darf – also habe ich meinen auch mal wieder aktiviert. Immerhin gilt es diese Woche noch die Sünden von besagter Geburtstagsparty wieder abzutrainieren.
Danach eine erfrischende Dusche und ein bißchen Salpicón – eine Art kolumbianische Obstbowle – und noch ein bißchen mit der Königin fern gesehen. So ähnlich wie das Niveau des TV-Programms ging dann aber auch mein Biorhythmus steil bergab, Take Me Out auf Channel 4, Die Auswanderer auf Vox, ein bisschen Two and Half Men und Big Bang Theory und am Ende hat mich dann Vivian Schmitt ins Bett geschickt…besser so.

 

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