Hody72
User
41, Germany
Tracks Played : 7747

free counters
22. Juli, 2011

Umzug auf Kolumbianisch Pt. II

Ich weiß gar nicht was ich schreiben soll, noch nicht mal ob ich was schreiben soll. Es ist soviel passiert seit dem letzten Mal. Fühle mich ja fast schon etwas schuldig dass ich Euch so im Stich gelassen habe. Zu meiner Entschuldigung kann ich nur vorbringen, dass es zum Einen very stressig war mit dem Umzug und allem – dazu später mehr – und zum Anderen habe ich kein Internet weil o2 und die T-Com sich zu einem Komplott gegen den Fatman zusammengerottet haben!

Nicht genug dass o2 mich eine Woche zu früh “vom Netz” genommen hat, nein nachdem der T-Com Mann am 18. den physikalischen Anschluss bearbeitet hatte und mit dem lapidaren Kommentar “es sollte gehen, wenn nicht hat der Provider ein Problem von dannen gezogen war, kam am nächsten Tag eine freundliche E-Mail von o2 “Ihr Anschluss ist freigeschaltet, sie können jetzt los surfen”. Letzteres wäre aber maximal mit einem Wave-Board gegangen, denn weder hat Littenweiler einen Ozean noch ich DSL, viel mehr blinkte die Fritz!Box fröhlich vor sich hin. So dass ich mich, da ich ja nun Premium Kunde bin, bei o2 beschwert habe, der Zustand wird wahrscheinlich aber erst am Samstag behoben und ich bekomme eine weitere Gutschrift für meine seelischen Qualen.

Was ist sonst noch passiert? Am Freitag letzter Woche war ich auf Agnostic Front, 450 schwitzende Hardcore Fans im Café Atlantik und ich mehr Zeit vor der Tür als drin. Der eigene Schweiss ist ja in Ordnung, aber der von allen anderen – ich glaube ich werde alt. Ein geiles Konzert war es trotzdem!


    Nun, das Auto das wir ursprünglich gekauft hatten, haben wir, noch einer Probefahrt in einem gleich ausgestatteten Modell wieder storniert. Es hätte ein Dacia Duster werden sollen, aber auf der Probefahrt waren wir von der schlechten Motorisierung geschockt, denn mit der größten Dieselmotor-Variante mussten wir selbst bei kleinsten Steigungen herunter schalten um überhaupt hoch zu kommen. Auch die Klima-Anlage im Prestige-Modell erwies sich als ungeregelt und dem Design des Interieurs sieht man eben an dass das Vehikel in Rumänien gebaut ist. Da man so ein Fahrzeug nun aber für ein paar Jahre kauft, wollten wir nicht schon am Anfang veralteten Standard haben und sind vom Vertrag zurückgetreten, was noch möglich war, da es sich um eine Finanzierung handelte. Zudem betrug die Lieferzeit am Montag auf einmal sechs Monate statt der noch am Samstag versprochenen drei – wir waren vom Service insgesamt sehr enttäuscht. Während der Probefahrt philosophierten wir schon darüber dass so ein Auto wie der Miet- bzw. Poolwagen den ich vom Geschäft für den Trip nach Nürnberg hatte, genau das richtige wäre. Glücklicherweise ist der Peugeot Händler gleich neben dem Renault Autohaus. Nach kurzem Umsehen war das o.g. Fahrzeug als ein Peugeot 5008 identifiziert und Fortuna uns hold, denn eben so ein Modell war in der Diesel-Ausführung mit Family Plus Paket gerade im Angebot. Der Verkäufer freundlich, das Angebot passend – nur eine Probefahrt war wieder nicht direkt möglich. Die haben wir dann am vergangen Montag nachgeholt und waren erneut begeistert. Beim Tritt aufs Gaspedal passiert richtig was, Panorama Dach, geregelte Klimaanlage, Videobildschirm in den Kopfstützen und nächste Woche wird es wohl auf uns zugelassen werden  – Misson accomplished.

    Durch das Autogewirr kamen wir erst am Freitag Mittag dazu die restlichen Kartons zu packen um dabei festzustellen, dass wir eigentlich viel zu wenig davon hatten – so dass wir noch einen Zwischenstop beim orangen Biber machen mussten. Zum Glück kamen noch zwei Freunde die uns halfen Vorhangstangen, Waschmaschine, Spüle und anderes abzubauen – vielen Dank noch den McGuyver der die Beschläge des Oma-Schranks repapiert hat. Abends sind wir dann todmüde ins Bett gefallen. Samstag morgen dann um halb neun bei Sixt angekommen. Der bestellte Sprinter stand zwar bereit war aber zum einen ungewaschen und hatte 26(!) Vorschäden die ich mit einem jungen Mann, einem Schüler, der wohl einen Ferienjob hatte, durchgehen sollte. Dabei fielen mir auf Anhieb 5 oder 6 weitere Schäden auf. Nachdem diese fast aufgenommen waren, stürzte dem Jungchen der Handheld ab und wir sollten alles nochmals machen. Da nun aber schon fast eine Stunde vergangen und mein Blutdruck in unangenehme Sphären geschnellt war entschied ich mich erneut zu reklamieren. Es folgte ein lustiges stille Post Spielchen zwischen mir, dem Jungchen und dem Stationsleiter, bis ich dann irgendwann auch davon genug hatte und verlangte letzteren persönlich zu sehen. Ich informierte ihn, dass das Fahrzeug so verschmutzt war, dass eine genau Aufnahme der Neuschäden unmöglich war und dass die Auskunft seines Schalterpersonals “der Transporter sei zu gross für die Waschanlage” eher in eine Comedy-Show am Wochenende als in professionelles Kundengespräch gehörte. Sichtlich überzeugt entschuldigte er sich und schrieb mir handschriftlich eine Notiz auf die Leihquittung, dass ich von sämtlichen Neuschäden bis 5cm befreit bin. 2 Stunden waren nun ins Land gezogen und endlich konnte es losgehen. Übrigens meldete der Transporter während des Wochenendes dann zusätzlich wie aus dem Nichts einen defekten Airbag – natürlich habe ich mich auch darüber bei Sixt beschwert!


      Endlich zu Hause angekommen, haben wir dann ca. einen Lademeter mit dem ersten Umzugsgut beladen. Den Rest des langen Sprinters haben wir mit den Sachen die wir entsorgen mussten befüllt. Ich sage bewusst mussten, denn ich hatte über eine Woche versucht einen Spülschrank mit Armatur, ein bordeaux farbiges Ledersofa, einen Phonoschrank und zwei Kleiderschränke zu verschenken oder an gemeinnützige Stellen abzugeben – ich war sogar bereit sie anzuliefern aber man wollte sie nicht, so dass alles nun auf dem Recycling-Hof gelandet ist. Eigentlich unglaublich, denn alles war noch verwendbar nur eben nicht mehr unser Stil. Nach dem Besuch auf dem Recyling-Hof, bei dem wir noch ein Fahrrad vom ausladenen Nebenmann ergattert haben, ging es weiter zum schwedischen Möbelriesen. Schränke und Regale kaufen. Dort war die gelb-blaue Hölle losgebrochen, denn die Camper vom Sea Of Love hatten Ikea Hot-Dogs und Softeis als Verpflegungsstation ausgemacht.
      Es folgte ein weiterer Trip am Sonntag, bei dem wir noch mehr Sachen bringen konnten. War kein Spaß im strömenden Regen. Am Ende sind nur die dicken “Brummer” in der alten Wohnung verblieben. Diese habe ich dann am Nachmittag mit Hilfe eines kolumbianischen Freundes eingeladen. Eine echte Schinderei bis Waschmaschine, Kühlschrank und der massive “Oma-Schrank” aus und wieder eingeladen waren. Von der Waschbetonplatte für den Sat-Ständer will ich an dieser Stelle nicht sprechen. Zwischendurch haben wir noch den Herd bei seiner Käuferin abgeliefert, das gab 20 Euro Extra fürs Bringen – während wir per Sackkarre die Treppen meisterte hievte die “Dame” o.g. Betonplatte allein zurück ins Auto – da kam dann wohl doch wieder der Mann durch, der sie mal gewesen ist.

      Mein SchreibtischAm Montag sollte dann das Sofa angeliefert und aufgestellt werden. Sollte, denn am Morgen erhielten wir einen Anruf, dass es erste am Dienstag geliefert werden würde. Ihr ahnt es schon, ich habe mich wieder beschwert und dann kam das Sofa doch noch am selben Tag. Aufgebaut wurde es aber nicht, lt. der Spedition kostet das extra. Rückfrage beim Händler ergab, dass der Kollege der uns beraten hatte und falsch informiert hatte – Servicewüste Deutschland. Also haben die Königin und ich uns selbst am Postermöbel versucht, der Anfang ging noch zügig aber ein der Seitenlehne war partout nicht am vorgebohrten Loch zu fixieren. Ich glaube wir haben 3 Stunden damit gekämpft am Schluss hat die Königin zwei Bekannte angerufen und ein Deutsch-Chilenischer Automechaniker hat unter zwei Minuten benötigt um das Wunder zu vollbringen. Zusammen mit dem Ehemann einer kolumbianischen Bekannten hat er dann auch die beiden neuen Kleiderschränke zusammengepuzzelt. Zumindest habe ich das CD- Regal selbst zusammenbekommen, an den neuen Phonoschrank traue ich mich noch irgendwie nicht ran, die Waschmaschine leckt, jemand muss den Fernseher noch an die Wand schrauben und die vom Vormieter hinterlassene Halogen-Lichterkette geht immer wieder von selbst an. Mein Schreibtisch fehlt auch noch…

      Zu allem Überfluß waren die Königin und ich auch noch krank, vermutlich das Beladen im Regen, mein armes Blogger Näschen läuft und läuft aber wenigstens bin ich nach zwei Tagen mit gelbem Schein verordneter Auszeit wieder auf der Arbeit. Die Kartons sind dadurch nicht schneller ausgepackt worden aber wenigstens ist Land in Sicht.
      Das gilt auch für die Diät, denn trotz der ausschliesslichen Ernährung mit Junkfood mangels Zeit am Wochenende habe ich doch immerhin 500g verloren – der Schlepperei sei dank. Erstaundlich denn ausser dem Linsengericht mit Reis, dass uns netter Weise die Ehefrau der kolumbianischen Tragekraft mitgegeben hatte, habe ich mich ausschliesslich von Subway, McDonalds, Burger King und süsser Nervennahrung ernährt.

       

      1 comment to Umzug auf Kolumbianisch Pt. II

      Leave a Reply

        

        

        

      You can use these HTML tags

      <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>