Hody72
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10. März, 2012

Geek like me

Eigentlich wollten wir bei dem schönen Frühlingswetter einen Familienausflug machen und ein bißchen Photosynthese betreiben. Aber selbstverständlich wäre das nicht mein Leben wenn es nicht anders gekommen wären.

Schon beim Aufstehen ging es nicht wirklich voran, erst nach dem Dritten Weckversuch der Königin habe ich mich dann aus dem Bett geschält, dann erst mal zehn Minuten ein Luftloch gestarrt um dann wenig später noch ähnlich verschlafen dem Hund Freilauf zu verschaffen. Dann musste noch der Müll raus, während die Königin das Frühstück bereitete. Auf dem Rückweg vom Müllplatz im Keller, habe ich dann noch gleich die Bohrmaschine und ein bisschen Werkzeug mitgenommen. Denn als wir uns vor einigen Wochen ein Soundsystem für den Fernseher gekauft haben, haben wir auch gleich ein paar Wandhalter für die Boxen miterstanden, die seit dem darauf warten nun auch endlich ihren rechtmäßigen Platz an der Wand einzunehmen. Im Rahmen der Umorientierung zur Verbesserung der Gesamtsituation duldete dieses Vorhaben nun aber natürlich keinen weiteren Aufschub mehr. Gleich nach dem Frühstück habe ich mich dann an die Arbeit gemacht. Die erste Box ging schon fast zu gut, auch wenn ich beim Bohren auf einer Seite wohl den Stahlträger der Außenwand erwischt habe.
Es dauerte für meine Verhältnise gar nicht mal so lange, bis die rechte Box also an der Wand war.

Mittlerweile hatte die Königin beschlossen sich die Haare zu tönen während die Prinzessin vergnüglich in ihrem Zimmer spielte. Nachdem ich nun also den ersten Lautsprecher ausgemessen, Löcher gebohrt, Schrauben eingedreht und das Prinzip der Halterung nach dem dritten Montageversuch verstanden hatte, sollte der linke Lautsprecher auch kein Problem sein.

Eigentlich wollte ich das Ganze ja die Königin abmessen lassen, weil sie in so etwas immer besser und genauer ist als ich – da merkt man den Unterschied mit dem fehlenden Abitur meinerseits – aber die Königin hatte nun eine komische Paste im Haar die mich irgendwie an australische Aborigines erinnerte und es roch nach Ammoniak im Bad. Selbst ist der Mann, also wieder den “Meter” angehalten, 1,20 m in der Höhe abgemessen, 8,5 cm von der Seitenkante des Fernsehers, Löcher anzeichnen. Die Bohrmaschine angesetzt und weitere vier Löcher bohren. Doch diesmal hatte ich noch mehr Pech und Loch drei und vier, also eine Seite der quadratischen Halterung lag genau über einem weiteren Stahlträger der nun sogar im Bohrloch zu sehen war. Der Versuch die Halterung dennoch dort festzuschreiben scheiterte leider kläglich und endete mit einem Schrei der Verzweiflung meinerseits und dem Versuch nun doch die eigentlich völlig unbeteiligte Monarchin für mein Scheitern verantwortlich zu machen, gefolgt von der Beteuerung, dass ich die Lautsprecher doch besser oben auf dem CD Regal “Billy” hätte liegen lassen sollen.

Nach der obligatorischen Diskussion mit der Königin und der Feststellung, dass es natürlich doch nicht ihr Fehler war, verschwand diese erneut im Bad um sich die rötliche Paste die wahrscheinlich aus Känguru-ahah und Hardplatzsand gemacht war aus den Haaren zu spülen. Ich versuchte es in der Zwischenzeit nun eben mit kürzeren Schrauben um wenig später festzustellen, dass diese auch nichts nützen wenn der Dübel gar nicht in der Wand hält. Während ich nun schon am Überlegen war, wenn ich anrufen könnte um mich aus diese misslichen Situation zu befreien und mir eigentlich nur mein Vater einfiel, den ich aber nicht bemühen wollte, bin ich daran darauf gekommen einfach vier weitere Bohrlöcher nach links versetzt zu machen. Doch auch dort blieb meinem Bohrer des tiefe Eindringen in die Wand verwehrt. Mittlerweile war die Königin aus dem Bad zurück und ich konnte wenigstens lamentieren, dass die Wand nun komplett bescheuert aussah mit all den Löchern, so ein bisschen Selbstmitleid ist doch etwas Schönes. Blöd ist dann nur wenn man kein Feedback bekommt und der Adressat stattdessen beschliesst sich besser herzurichten für den geplanten Ausflug.

Während sich Villabajo nun also noch hübscher machte, habe ich in Villaarriba einfach noch zwei weitere Löcher, diesmal nach rechts versetzt gebohrt und siehe da, diesmal ging es tief genug. Nun hatte ich also 3 Bohrlöcher die die erforderliche Bohrtiefe erfüllte und den einen üblichen Querulanten, ohne den so was natürlich nicht auskommt. Letzteren habe ich dann einfach mit einer kürzeren, dickeren Schraube festgezogen, so dass nun nichts mehr wackelte und ich den restlichen Aufbau der Halterung anbringen konnte.

Die Königin hatte mittlerweile eine beachtliche Metamorphose durchlaufen und selbst die Prinzessin war sauber und gepflegt gekleidet. Nur Papa saß verschwitzt im Unterhemd und der Pyjama-Hose mit kleinen Robotern drauf auf dem Stuhl den ich zur Montage vor die Wand gestellt hatte. Zumindest konnte ich nun breit lächeln, denn zum einen sahen meine zwei Frauen zum Anbeissen aus und zum anderen waren nun beide Boxen an der Wand. Doch nicht nur das, sogar in gleicher Höhe und dem gleichen Abstand zum Fernseher! Die Zeit für einen Funktionstest war nun also gekommen. Die Demo-CD des Herstellers eingelegt und Mann, was für ein Unterschied! Ich hätte nie gedacht dass es sich soviel besser anhört wenn die Boxen nun auf Kopfhöhe links und rechts vom TV-Gerät hängen statt oben auf zwei Regalen zu liegen – die Arbeit hat sich gelohnt!

Auch wenn es mittlerweile schon nach 13:30 Uhr war und die Königin deshalb allein mit Ihrer Thronfolgerin losging um die Freiburger Innenstadt unsicher und das Bäuchlein der Prinzessin voll zu machen. Mir blieb währenddessen eine Verabredung mit dem Staubsauger, den nach zwischen dem 9 und 10 Bohrloch hatte ich mich entschieden ohne die normaler Weise obligatorische Kehrschaufel unter der Bohrung zu arbeiten. So musste ich nun den Boden und auch alle anderen Geräte in der Nähe absaugen und abwischen. Danach war dann der Rest der Wohnung an der Reihe, den ich hatte versprochen noch die gesamte Wohnhöhle von Staub zu befreien.

Doch ich wäre nicht der Geek der ich nun mal bin, wenn ich nicht noch gleich anschließend des iPad Dock der Königin mit dem Soundsystem verbunden und ein paar Tests durchgeführt hätte.  Bis ich dann mit allem fertig und selbst vom Dreck befreit und endlich vernünftig angezogen war, waren die Mädels schon fast wieder zu Hause – wenigstens konnte ich die Bundesliga Konferenz nebenbei ansehen und den Freiburger Punktgewinn bewundern. Ich musste aber schmunzeln und an ein Bild denken dass mir die Königin gestern gezeigt hatte welches ich leider gerade nicht zur Hand habe, es war ein Zimmer mit Fernseher, PC Bildschirm, Playstation, TV-Receiver und weiteren Geek Gadgets und einem jungen Mann das die Unterschrift trug “How you will know, you will never have friends”.

Da halte ich es doch lieber mit Adina Howard, Geek äh “Freak like me” – Adina sieht auch besser aus als der vollschlanke Geek aus besagtem Bild, oder was meint Ihr?

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