A sample text widget

Etiam pulvinar consectetur dolor sed malesuada. Ut convallis euismod dolor nec pretium. Nunc ut tristique massa.

Nam sodales mi vitae dolor ullamcorper et vulputate enim accumsan. Morbi orci magna, tincidunt vitae molestie nec, molestie at mi. Nulla nulla lorem, suscipit in posuere in, interdum non magna.

23. April, 2011

Alles oder nichts?

Centro Comercial Santafe, Medellín

Image by Rubí Flórez via Flickr

Guten Morgen daheim in „Deutscheland“ die kolumbianische Uhr zeigt 8:47 Uhr, wir sind schon seit fast 3 Stunden wach. Kurz nach 6 konnte niemand mehr schlafen, nachdem wir uns gestern gegen 22 Uhr kaum noch auf den Beinen halten konnten. Die Zeitumstellung, obwohl nur 5 Stunden, knabbert ganz schon am Biorhythmus.

Die Erkenntnis des ersten Tags: Bogota ist laut! Das liegt zum einem am kleinsten Familienmitglied welches über den ganzen Tag durch Gequängel auffiel – ihr macht die Zeitumstellung verständlicher Massen am Meisten aus. Zum anderen aber an den Menschen und am Verkehr. Man hat das Gefühl, daß es hier immer etwas zu tun gibt, wie die Königin gern jederzeit bestätigt. Ein Kleinstädter und Landei wie ich fühlt sich schnell verloren und überfahren von den vielen Häusern, großen wie kleinen Straßen und den Unmengen an Geschäften, Lokalen und Strassenständen. Es ist ein bißchen wie alles oder nichts, denn man kann hier praktisch alles finden und dann auch wieder in Gegenden kommen wo irgendwie nichts ist. Wo die Straßen eigentlich so große Löcher haben, daß man dort als Europäer nie auf die Idee kommen würde  Auto zufahren, wo eine Kuh auf dem grünen Mittelstreifen zwischen den zwei „Fahrbahnen“ grast. Der Taxifahrer, der Vater meines Schwagers, fand aber unbeeindruckt seinen Weg durch die Kraterlandschaft. Die Fahrt geht weiter durch zwei drei weitere Wohngebiete, vorbei an kleinen Tiendas und großen Supermärkten, vierspuriger Stadtautobahn – wie gesagt ein bißchen alles oder nichts.

Am Ende kommen wir im Centro Comercial Santafé an, einem Shopping Tempel der post Königin Ära, errichtet nachdem die Monarchin ihre Herrschaft von Bogota D.C. nach Waltershofen a.d.W. verlegte. Doch unser Ansinnen ist heute nicht etwa die Befriedigung meines Jagd- und der Königin Sammeltrieb, sondern der Besuch von Divercity. Einer Stadt für Kinder. Die Idee ist wie ich finde genial und ich glaube das Ganze Projekt wird von der Industrie unterstützt, denn die Attraktion haben meistens Logos von z.B. der kolumbianischen Telekom, Supermärkten oder anderen bekannten Ketten. Die Kinder bekommen Schecks und eine Visa Karte mit denen sie „Divis“, die Währung im Park, bekommen. Dieses Sparguthaben können sie nur für Dienstleistungen ausgeben, Frl. Schnecke hat sich gleich mal die Nägel machen lassen, oder das eigene Vermögen erweitern indem man arbeiten geht, meine Nichte und ihre Freundin haben sich als Model ablichten lassen. Das ist natürlich für die weibliche Seele angenehmer als Zahnarzt, Tierarzt, Feuerwehrmann, Automechaniker, oder einen Fabrikjob. Später wollte sie dann ein paar Divis von uns schnorren und ich habe direkt instinktiv „geh schaffen!“ geantwortet. Jahrelanges Training auf der Kaiser-Jospeh-Strasse, zum Glück spricht sie kein Deutsch, schade eigentlich, denn sie ist in Freiburg geboren. Frl. Schnecke hat ihre weiteren Divis in eine Fussballstunde investiert. Die Betreuerin der Attraktion ließ die Kinder warmlaufen, kurz Gymnastik machen und dann Elfmeterschiessen. Auf den virtuellen Torwart hätte ich gerne mal geschossen, aber Eltern sind in allen Attraktionen nicht erlaubt. Sie war übrigens das einzige Mädchen, die deutschen Gene,  ein Junge weigerte sich sogar ein Mädchen im Team zu haben. Die restlichen Divis hat sie dann für mehrere Runden im Bus der Stadt verwendet. Sehr zur Freude des Busfahrers/Betreuers, der Mama sogar nach der Übersetzung für „Gute Fahrt“ fragte – verständlich man hat nicht jeden Tag eine waschechte deutsche Kronprinzessin als Fahrgast. Leider hat sie sich sehr vor den Männern in Puppenkostümen gefürchtet und war für manche Attraktionen noch zu klein, wir kommen aber bestimmt wieder. Durch das angesprochene Gequängel und der panischen Angst vor den o.g. überlebensgrossen Puppen, war ich froh nach ein paar Stunden wieder in „Freiheit“ zu sein und eine Diskussion über einen baldigen Besuch von Disney Land erübrigt sich.


Für die Erwachsenen gab es übrigens eine „Garderia“ sozusagen einen Erwachsenen-Kindergarten mit Internetanschluss, den die Verwandtschaft auch nutzte, die die Kinder schon allein unterwegs waren. Für uns war vor und nach Divercity auch gesorgt worden, den der Shopping Tempel im amerikanischen Stil verfügt, nennen wir es mal so, über eine „Fressmeile“, ein Food Plaza. Eine ganze Sektion mit Restaurant an Restaurant, wo alles zu haben ist, was das Herz begehrt. Meines, oder besser alle 7 Mägen, begehrte nach totem Tier und bekam in Form von Churrasco reichlich davon, die Königin hatte „Baby Beef“ und überließ mir noch die Hälfte davon. Die Schwägerin hatte Chuleta, der kolumbianische Version von Wiener Schnitzel, schmeckt gleich ist nur dünner und der Schwager Mondongo, eine Suppe mit „Sulz“ wie man es in alemannisch nennt, ich glaube hochdeutsch heißt es Pansen – Landei vor Life! (Weiß das jemand?). Nach Divercity stand dann ein Besuch bei Crepes & Waffles an, dort hatte sich schon eine lange Schlange gebildet und wir mussten auf einen Tisch warten. Die Kolumbianer sind verrückt nach „Crepes y Waffles“ wie man hier sagt, einem Restaurant in dem es vornehmlich Crepes gibt, der Bestseller heisst allerdings „Pannecock“  und ist wie man annehmen würde ein Pfannkuchen, sondern ein ausgehöhlter Weißbrotleib in dem dann ja nach Gusto verschiedenes Ragout mit sahniger Soße bekommt. Ich habe mich stattdessen untypisch an einen Salat mit Calamares und Shrimps gehalten um am Ende dann noch das halbe Brot der Königin und eine Portion Vanille Eis Light zu verspeisen. Das wirklich erstaunliche für mich als Gringo ist aber die Vorliebe der Kolumbianer für Suppen. Schon beim Mittagsessen hatte ich mich über die lange Schlange vor dem „Suppenrestaurant“ gewundert und mit Intresse betrachtet wie liebevoll der Kolumbianer seine Suppe löffelt – niemand käme in good old Germoney bei der Auswahl auf die Idee Suppe zu essen.

Am Ende der Mahlzeit war die Kronprinzessin bereits an meinem vollen Bauch eingeschlafen, während die Königin und ich mit dem Schlaf rangen. Die Füße pulsieren vom vielen Laufen, der Augen schwer, der Gang wie im Suff – Zombiemode wie meine Schwägerin richtig feststellte. Um zehn lagen wir dann alle im Bett und die Damen waren nach Sekunden eingeschlafen während ich den Tag nochmals Revue passieren lies. Bin gespannt was heute so geht…

Leave a Reply

You can use these HTML tags

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

  

  

  

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.